Stellungnahme: Schutz für Kinder, Frauen und Fachkräfte braucht verlässliche Ressourcen
Der mutmaßliche Femizid vom 28. April 2026 in Neustadt/Sachsen erschüttert zutiefst. Besonders betroffen sind die drei Kinder, die ihre Mutter durch extreme Gewalt verloren haben. Solche Ereignisse bedeuten für Kinder nicht nur Trauer, sondern gravierende und langfristige Folgen für ihre psychische Entwicklung und ihr Sicherheitsgefühl.
Der Fall verdeutlicht erneut, dass Trennungsphasen für Frauen und Kinder eine besonders gefährliche Zeit darstellen. Gewalt eskaliert häufig, Kinder sind unmittelbar betroffen – mit teils lebenslangen Auswirkungen. Zugleich zeigt der Tod einer Familienhelferin, dass auch Fachkräfte erheblichen Risiken ausgesetzt sind. Trotz großer Verantwortung fehlen oft ausreichende personelle, zeitliche und materielle Ressourcen, um wirksamen Schutz zu gewährleisten.
Aus Sicht des Kinderschutzbundes wird deutlich: Schutzkonzepte allein reichen nicht aus. Entscheidend ist ihre verlässliche und dauerhaft finanzierte Umsetzung in der Praxis.
Wir fordern daher verbindlich ausgestattete und langfristig gesicherte Schutzstrukturen, die dem tatsächlichen Risiko von Gewalt gerecht werden. Dazu gehören insbesondere eine bedarfsgerechte personelle Ausstattung in Beratungseinrichtungen und Hilfesystemen, ausreichende finanzielle Mittel für Sicherheitsmaßnahmen wie geeignete Räumlichkeiten, Schutztechnik und funktionierende Notfallstrukturen sowie klare und verbindliche Sicherheitsstandards für Fachkräfte. Ebenso notwendig sind regelmäßige Risikoanalysen und Schulungen zum Selbstschutz, um Mitarbeitende besser zu schützen. Für Kinder und Jugendliche braucht es zudem niedrigschwellige, traumasensible Angebote, die eine nachhaltige Verarbeitung von Gewalterfahrungen ermöglichen.
Die vollständige Stellungnahme mit allen Forderungen finden Sie im Downloadbereich: https://kinderschutzbund-sachsen.de/download/stellungnahme-schutz-fuer-kinder-frauen-und-fachkraefte-braucht-verlaessliche-ressourcen-nicht-nur-konzepte .