Kinderschutzbund im Austausch mit Justizministerin Prof. Dr. Constanze Geiert

Am 21. August 2025 trafen sich Vertreter_innen des Kinderschutzbundes Landesverband Sachsen mit der sächsischen Justizministerin Prof. Dr. Constanze Geiert zu einem einstündigen Fachgespräch in Dresden. Für den Kinderschutzbund nahmen Silke Brewig-Lange, Lisa Baumann und Olaf Boye teil.

Der Landesverband nutzte die Gelegenheit, der Ministerin zur Amtsübernahme zu gratulieren und zentrale Anliegen zum Thema „Kinder in der Justiz“ zu platzieren. Dabei wurde auf bestehende erfolgreiche Entwicklungen in den letzten Jahren, wie den familienorientierten Strafvollzug und die Einführung verpflichtender Fortbildungen für Familienrichter_innen verwiesen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es weiterhin strukturelle Herausforderungen gibt – so u.a. die Umsetzung der UN KRK in der Justiz.

Daher war ein zentrales Thema des Gesprächs der Ausbau einer kindgerechten Justiz in Sachsen. Im Rahmen des Austauschs mit der sächsischen Justizministerin wurde deutlich, dass es weiterhin strukturelle und inhaltliche Erfordernisse gibt, um die Justiz im Freistaat kindgerechter zu gestalten. Zentrale Themen, die wir zur Diskussion gestellt haben, waren:

  • Kindgerechte Verfahren stärken: Kinder brauchen altersgerechte Kommunikation, Schutz und Beteiligung in Gerichtsverfahren.
  • Vertrauen fördern: Durch verständliche Informationen und verlässliche Ansprechpersonen kann Vertrauen in die Justiz entstehen.
  • Zusammenarbeit verbessern: Justiz, Jugendhilfe und Beratung sollten enger kooperieren – z. B. in regionalen Netzwerken.
  • Fachkräfte qualifizieren: Fortbildungen und Beratung für Richter_innen und andere Fachkräfte sind notwendig.
  • Strukturen nachhaltig verankern: Kindgerechte Standards sollen dauerhaft in bestehende Systeme integriert werden.
  • Projekte verknüpfen: Synergien mit bestehenden Vorhaben wie dem Childhood-Haus oder „Kinder von Inhaftierten“ nutzen.

Die Ministerin zeigte sich interessiert und offen für die Ideen, zu welchen wir mit Mitarbeitenden ihre Hauses in Kontakt bleiben werden.

Im weiteren Gespräch wurde die Bedeutung von Childhood-Häusern und kindgerechten Anhörungen betont. Der Kinderschutzbund sprach sich für eine flächendeckende Umsetzung erfolgreicher Modelle wie dem Childhood-Haus Leipzig oder dem geplanten LEGO-Haus Dresden aus und bat die Ministerin um interministerielle Unterstützung.

Ein weiterer Gesprächspunkt war die Qualitätssicherung in der Familiengerichtsbarkeit. Das Justizministerium informierte über bestehende Regelungen zur Fortbildung von Familienrichter*innen gemäß § 23b Abs. 3 GVG. In diesem Zusammenhang wies der Kinderschutzbund auf die Bedeutung einer systematischen Erfassung der Fortbildungsaktivitäten sowie auf die Notwendigkeit hin, Daten zur Beteiligung von Kindern in familiengerichtlichen Verfahren statistisch zu erfassen – im Sinne einer konsequenten Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention.

Der Kinderschutzbund Landesverband Sachsen dankt Frau Prof. Dr. Geiert für das konstruktive Gespräch und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit im Sinne einer kindgerechten Justiz in Sachsen.

Nach oben scrollen