Kinderrechte stärken: Erfolgreiche Fortbildung im Landesverband Sachsen
Am 11. Juni 2026 fand beim Kinderschutzbund Sachsen eine Fortbildung zum Thema „Kinderrechte in der Praxis“ statt. Fachkräfte aus verschiedenen Arbeitsfeldern nutzten die Gelegenheit, ihr Wissen zu vertiefen und konkrete Ansätze für ihre tägliche Arbeit mitzunehmen. Die Veranstaltung war geprägt von einem lebendigen Austausch, praxisnahen Methoden und vielen hilfreichen Impulsen.
Die Fortbildung wurde von einer Mitarbeitenden des Kinder- und Jugendbüros Leipzig des Kinderschutzbundes Ortsverband Leipzig geleitet und fachlich begleitet.
Der Tag begann mit einer offenen Kennenlernrunde und einem kreativen Einstieg über die Frage: „Welches Bild verbinde ich mit Kinderrechten?“ Mithilfe einer sogenannten Assoziationssonne wurden erste Vorstellungen sichtbar gemacht. Diese Methode zeigte eindrucksvoll, wie unterschiedlich Zugänge zu Kinderrechten sein können – und wie gut sich solche Methoden auch für die Arbeit mit Kindern eignen.
Im theoretischen Teil setzten sich die Teilnehmenden mit der UN-Kinderrechtskonvention auseinander.
Im Fokus standen:
- die vier Grundprinzipien der Kinderrechte
- verschiedene Arten von Rechten
- die gesetzliche Verankerung
Die Inhalte wurden anschaulich und interaktiv vermittelt – unter anderem durch Quizformate und gemeinsame Diskussionen. So konnten zentrale Grundlagen verständlich und nachhaltig vermittelt werden.
Ein wichtiger Bestandteil der Fortbildung war die Auseinandersetzung mit eigenen Kindheitserfahrungen. In Kleingruppen reflektierten die Teilnehmenden:
- Welche Bedürfnisse waren in meiner Kindheit wichtig?
- Wie wurden diese wahrgenommen oder übergangen?
- Was bedeutet das für die Beteiligung von Kindern heute?
Diese Perspektivwechsel halfen dabei, ein tieferes Verständnis für kindliche Bedürfnisse und Rechte zu entwickeln.
Besonders eindrücklich war die Arbeit mit der „Traumhaus“-Methode. Hier konnten die Teilnehmenden erleben, wie herausfordernd es sein kann, unterschiedliche Bedürfnisse auszubalancieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
Dabei wurde deutlich:
- Beteiligung braucht Zeit und Raum
- Machtverhältnisse spielen eine zentrale Rolle
- gute Lösungen entstehen durch Dialog
Diese Erfahrung stärkte das Verständnis dafür, wie Beteiligung im Alltag von jungen Menschen gelingen kann.
Am Nachmittag stand die praktische Umsetzung im Mittelpunkt. Anhand von Fallbeispielen reflektierten die Teilnehmenden ihr eigenes Handeln und diskutierten:
- Wann gelingt Beteiligung gut?
- Wo gibt es Herausforderungen
- Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen?
Zudem wurden konkrete Ansätze entwickelt, wie Kinderrechte in Einrichtungen stärker verankert werden können – beispielsweise bei Alltagsentscheidungen, in Projekten oder durch strukturelle Maßnahmen wie Schutzkonzepte.
Fazit
Die Fortbildung war ein voller Erfolg: Sie bot Raum für Austausch, Reflexion und neue Ideen – und stärkte die Handlungssicherheit der Teilnehmenden im Umgang mit Kinderrechten. Die gewonnenen Impulse tragen dazu bei, Kinderrechte in Sachsen weiter sichtbar und erlebbar zu machen.