Kinderkonferenz in Plauen: Jugendliche gestalten ihre Zukunft aktiv mit
Bereits zum vierten Mal und zum zweiten Mal in Folge fand im Rathaus der Stadt Plauen die Kinderkonferenz statt – ein Format, das jungen Menschen eine Stimme gibt und ihnen die Möglichkeit bietet, ihre Perspektiven und Anliegen einzubringen. Rund 80 Schülerinnen und Schüler aus insgesamt zehn Schulen nahmen an der Veranstaltung teil. Vertreten waren verschiedene Schulformen, darunter Oberschulen, Gymnasien, eine freie Oberschule, eine Berufsschule sowie eine Lernförderschule. Damit spiegelte die Konferenz eine große Bandbreite schulischer Lebensrealitäten wider.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Plauener Bildungsbürgermeister Tobias Kämpf (CDU), der die Bedeutung von Beteiligung und Mitbestimmung junger Menschen hervorhob. In seinen einleitenden Worten betonte er, dass Kinder und Jugendliche nicht nur die Zukunft, sondern bereits ein wichtiger Teil der Gegenwart seien. Auch Susann Rüthrich (SPD), die Kinder- und Jugendbeauftragte des Freistaates Sachsen, richtete sich an die Teilnehmenden und unterstrich die Wichtigkeit solcher Formate für eine lebendige Demokratie. Ergänzt wurden die Begrüßungsbeiträge durch Silke Brewig-Lange, Vorsitzende des Landesverbandes, die ebenfalls die Bedeutung von Engagement und Dialog auf Augenhöhe hervorhob.
Im Mittelpunkt der Kinderkonferenz standen vier thematisch unterschiedliche Workshops, in denen die Jugendlichen aktiv mitarbeiten und ihre Ideen einbringen konnten.
Im Workshop „Goodbye Hate Speech“ setzten sich die Teilnehmenden mit Strategien gegen Hassrede im Internet auseinander. Moderiert vom Verein „Social Web macht Schule“ erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in Mechanismen digitaler Kommunikation und entwickelten gemeinsam Ansätze, wie sie sich gegen diskriminierende oder verletzende Inhalte zur Wehr setzen können.
Eine weitere Möglichkeit zum Austausch bot die „Sprechstunde mit dem Landesamt für Schule und Bildung“. Hier stand Herr Böttger vom LaSuB Zwickau den Jugendlichen Rede und Antwort. Themen wie schulische Mitbestimmung, Herausforderungen im Schulalltag und Perspektiven für Verbesserungen konnten direkt angesprochen werden.
Der Workshop „Beteiligung in der Hood“ widmete sich der Frage, wie sich Kinder und Jugendliche stärker in ihrer Kommune einbringen können. Moderiert wurde dieser Teil von der Landtagsabgeordneten Juliane Pfeil sowie Frank Zabel vom Kommunalen Präventionsrat der Stadt Plauen. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden Möglichkeiten, lokale Projekte anzustoßen und politische Prozesse mitzugestalten.
Im vierten Workshop ging es um „KI & Memes – Heimtücken im Alltag“. Moderiert von Fabrice und Evelyn vom Kreisschülerrat, beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Rolle von Künstlicher Intelligenz sowie der Wirkung von Memes in sozialen Netzwerken. Dabei wurde auch ein kritischer Blick auf Manipulationsrisiken und die Verantwortung im digitalen Raum geworfen.
Über alle Workshops hinweg zeigte sich, dass die Schülerinnen und Schüler engagiert, kritisch und zugleich konstruktiv diskutierten. Sie brachten eigene Erfahrungen ein, hinterfragten bestehende Strukturen und entwickelten Ideen für Verbesserungen – sowohl im schulischen Umfeld als auch darüber hinaus.
Die Kinder- und Jugendkonferenz hat sich in Plauen inzwischen als festes Beteiligungsformat etabliert. Sie stärkt die demokratische Mitwirkung und macht deutlich, dass die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen stärker in politische Prozesse einbezogen werden sollen.
Die Ergebnisse und Eindrücke der Konferenz werrden im Anschluss auch in politischen Gremien thematisiert. Die Schilderungen der Jugendlichen führten dabei zu nachdenklichen Reaktionen im zuständigen Ausschuss. Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates signalisierten Gesprächsbereitschaft und betonten die Bedeutung eines kontinuierlichen Austauschs mit jungen Menschen.
Damit setzt die Stadt Plauen ein wichtiges Zeichen: Die Anliegen der jungen Generation werden ernst genommen – und der Dialog zwischen Politik und Jugend soll auch künftig weiter gestärkt werden.