Fachpolitischer Austausch mit Staatsministerin Petra Köpping
Im Rahmen eines intensiven Austauschs trafen sich Vertreter_innen des Kinderschutzbundes Landesverband Sachsen e.V. am 11. August 2025 mit der Sächsischen Staatsministerin für Soziales, Petra Köpping, sowie der Kinder- und Jugendbeauftragten der Staatsregierung, Susann Rüthrich. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen aktuelle Herausforderungen und Perspektiven im Kinderschutz sowie die Umsetzung von Kinderrechten im Freistaat Sachsen.
Der Kinderschutzbund begrüßt die klare Haltung der Staatsregierung, Kinder und Familien weiterhin umfassend zu unterstützen. Die Zusage, trotz angespannter Haushaltslagen nicht bei Kindern zu sparen, ist ein wichtiges Zeichen. Auch die Betonung der Kinderrechte und der gesellschaftlichen Verantwortung für ein gutes Aufwachsen aller Kinder wurde von uns mit großer Zustimmung aufgenommen.
Der Kinderschutzbund stellte im Gespräch zentrale Arbeitsfelder und aktuelle Entwicklungen vor:
- Institutioneller Kinderschutz: Mit über 140 ausgebildeten Prozessberater_innen unterstützt der DKSB Einrichtungen bei der Entwicklung und Umsetzung von Schutzkonzepten. Ziel ist die Etablierung sicherer Orte für Kinder – über die Kinder- und Jugendhilfe hinaus.
- Dazu gehört ebenfalls die Sensibilisierung von Fachkräften für Anzeichen von Kindeswohlgefährdung, unterstützt durch einen Orientierungskatalog und begleitendes Methodenmaterial zur Team-Implementierung. Mit der Ausbildung zur Fachkraft im institutionellen Kinderschutz stärken wir gezielt die Handlungssicherheit in den Einrichtungen.
- Familiärer Kinderschutz: Die Nachfrage nach Fortbildungen im Bereich der insoweit erfahrenen Fachkräfte (ieF) ist hoch. Der DKSB bietet Grund- und Aufbaukurse an, um Fachkräfte in ihrer Handlungssicherheit zu stärken.
- Prävention in Familien: Über das Elternkursprogramm SE-SK nach §16 SGB VIII wurden sachsenweit rund 260 Kursleitungen qualifiziert. Die Durchführung scheitert jedoch häufig an fehlender Finanzierung.
- Inklusion und Kinderschutz bei Behinderung: Mit Blick auf die geplante inklusive Kinder- und Jugendhilfe ab 2028 fordert der DKSB barrierearme Strukturen, inklusive Hilfeplanung und ausreichende Schulungskapazitäten für Fachkräfte.
- Kinderrechte und Beteiligung: Der DKSB setzt sich für die Umsetzung der Kinderrechte in und außerhalb der Jugendhilfe ein – insbesondere durch Ombudsstellen, Beschwerdefachkräfte und Beteiligungsformate. Die Ergebnisse der InterVal-Studie 2024 sollen in eine landesweite Strategie einfließen.
- Beratungstelefone: Die Kinder- und Jugendtelefone sowie Elterntelefone leisten wertvolle Arbeit. Eine nachhaltige und stabile Förderung durch Kommunen ist aus Sicht des DKSB dringend erforderlich.
Der Kinderschutzbund begrüßt die Bereitschaft der Staatsregierung, Kinderrechte und Kinderschutz weiter zu stärken. Die im Koalitionsvertrag verankerte Pflicht zu Schutzkonzepten, die Entwicklung eines sächsischen Kinderschutzgesetzes sowie die Förderung von Beteiligung und Ombudschaft sind wichtige Schritte auf diesem Weg.
Wir danken Frau Staatsministerin Köpping und Frau Rüthrich für das konstruktive Gespräch und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit im Sinne der Kinder und Jugendlichen in Sachsen.