Destatis: Zahl der Inobhutnahmen 2023 gestiegen

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2023 rund 74.600 Kinder und Jugendliche zu ihrem Schutz vorübergehend in Obhut genommen. Das waren 8.100 oder 12 % Betroffene mehr als im Vorjahr.

Gut die Hälfte aller Inobhutnahmen wurden nach unbegleiteter Einreise durchgeführt (53 %). Ein gutes Drittel aller Inobhutnahmen (36 %) erfolgte aufgrund von Kindeswohlgefährdungen, ein Zehntel (11 %) der Fälle waren Selbstmeldungen. Im Schnitt dauerte eine Maßnahme 50 Tage, trotzdem konnte etwa jeder dritte Fall (31 %) in weniger als einer Woche beendet werden. Rund ein Fünftel der Minderjährigen (19 %) war vor der Inobhutnahme von zuhause ausgerissen.

Neben der unbegleiteten Einreise zählten zu den häufigsten der insgesamt 13 möglichen Anlässe für eine Inobhutnahme im Jahr 2023: Die Überforderung der Eltern (22 %), Hinweise auf Vernachlässigungen (10 %), Anzeichen für körperliche Misshandlungen (9 %) und Beziehungsprobleme (7 %). Nach Beendigung der Inobhutnahme kehrten 23 % der betroffenen Kinder oder Jugendlichen an den bisherigen Aufenthaltsort zurück, knapp die Hälfte (47 %) wurde nach der Inobhutnahme an einem neuen Ort untergebracht und zwar am häufigsten in einem Heim oder einer anderen Einrichtung, deutlich seltener in einer Familie beziehungsweise einem privaten Haushalt.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/12/PD24_454_225.html

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