Anhörung zur Krisenbewältigung und Krisenmanagement in der Coronapandemie

anhoerung Landtag 2020 webAls Kinderschutzbund Landesverband sind wir heute in den Ausschuss für Soziales und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Sächsischen Landtag zu einer Anhörung geladen, welche sich mit Infektionsschutzmaßnahmen, Hilfen und Schlussfolgerungen in der sozialen Infrastruktur in der Coronapandemie beschäftigt.

 

In unserer Stellungnahme, vorgetragen von Katja Sturm, unserer Kinderschutzreferentin, nehmen wir vor allem die Perspektive der Kinder, Jugendlichen und Familien ein, wollen den politischen Vertreter_innen aufzeigen, wie es diesen in der Coronapandemie ging. Aus unserer Sicht bleibt festzustellen, dass vor allem Kinder sehr stark unter den Einschränkungen im Lockdown leiden mussten. Sie wurden selten oder nie gefragt, was sie für Bedürfnisse haben. Kitas und Schulen für alle, Spielplätze und Jugendhilfeangebote wurden erst sehr spät wieder geöffnet. Wie stark die daraus entstandenen psychischen Belastungen noch heute wirken, zeigen verschiedene Studien.

 

Gleichzeitig haben wir in unseren Verbänden und bei vielen anderen Jugendhilfeträgern gesehen, dass die Mitarbeitenden in den Zeiten des Lockdown vielfältige Wege zu en Kindern und Jugendlichen gesucht und gefunden haben, um beraten und stärken zu können.

 

In der Folge stellen wir dar, dass bei einer erneuten derartigen Situation, sei sie auch nur auf Regionen beschränkt, bestimmte Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen. So sollten u.a. Familienhelfer_innen unabhängig einer Kategorisierung in Kindeswohlgefährdungsfälle verschiedene Möglichkeiten eines Kontaktes zu Familien haben dürfen, diese Stunden auch finanziert bekommen, Jugendhilfeangebote wie offene Kinder- und Jugendhäuser nicht als Angebote zweiter Klasse gesehen werden und vor allem Kinder und Jugendliche nach ihren Bedürfnissen gefragt werden, direkt oder indirekt über die Kanäle der Jugendhilfeeinrichtungen. Sie sind ebenfalls betroffen, haben eine Stimme und müssen angehört werden.