Auftaktveranstaltung „Steuerungswissen und Handlungsorientierung…“ im Kongresszentrum Dresden

 K0A9996Am 3.6.2019 trafen sich im Kongresszentrum Dresden 60 Fachleute aus Politik, Forschung, Suchthilfe, Medizin sowie der Kinder- und Jugendhilfe der „Region Ost“ (Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt) zur Auftaktveranstaltung „Steuerungswissen und Handlungsorientierung für den Aufbau effektiver interdisziplinärer Versorgungsnetzwerke für suchtbelastete Familien“, um sich über den Start des bundesweiten Forschungsvorhabens zu informieren, Kontakte zu knüpfen und aktuelles Wissen zu teilen.

 

Das Forschungsinstitut IKJ (Institut für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz) hat den Auftrag erhalten, für das BMG zum Thema „Interdisziplinäre Zusammenarbeit“ zu forschen, denn trotz der unstrittigen Bedarfslage für Kinder aus psychisch erkrankten Familien existieren nach wie vor keine flächendeckenden Angebote für Kinder und Familien. Ein Forschungsverbund von IKJ, Katho Köln, TU Dresden, Uni Hildesheim und der Alice-Salomon-Universität Berlin erarbeitet nun die neue Studie. Mitarbeiter/-innen der Forschungsgruppe reisen derzeit durch die vier Regionen in Deutschland, um Stakeholder und wichtige Netzwerkpartner kennenzulernen und das konkrete Vorhaben zu erläutern.

 

Zurück nach Dresden: Nach einem Grußwort des ersten Bürgermeisters der Landeshauptstadt Herrn Sittel, gab es am Vormittag Einführungsvorträge von Frau Bugreev vom BMG und von Herrn Prof. Dr. Macsenaere und Frau Feist-Ortmanns zur derzeitigen Forschungslage im Themengebiet. Unter anderem existiert ein Datensatz zur Lage von Familien mit einer Suchterkrankung aus einer Voruntersuchung von 50.000 „Hilfen zur Erziehung“ in ganz Deutschland. Im Folgenden stellte Frau Dr. Ferse das Dresdner Modell für die Arbeit mit suchtbelasteten Familien vor. Nacoa Deutschland e.V. mit Sitz in Berlin, die Interessenvertretung von Kindern aus suchtbelasteten Familien, war durch Herrn Mielke vertreten, der sehr eindrücklich die schwierige Lage für Kinder in Suchtsystemen schilderte und zu einem stärkeren und längst überfälligen Engagement zum Wohle dieser Kinder aufrief. Drei Mitarbeiter/-innen des Notdienstes für Suchtmittelgefährdete und –abhängige Berlin e.V. stellten Ihr Konzept der „Mobilen Familiensprechstunde“ vor.

 

Nach der Mittagspause diskutierten die Anwesenden in drei AGs zu den Themen „Die Evaluation von interdisziplinären Hilfeleistungen“, die „Betroffenenperspektive für die Qualitätsentwicklung von Wissensbeständen“ und „Strukturbedingungen für die effektive Unterstützung suchtbelasteter Familien“.

 

Die Forschungsgruppe will als Ergebnisse der Forschung einen Handlungsleitfaden für Kommunen, ein Praxismanual und eine interaktive Wissensplattform entwickeln. Die nächsten Schritte werden sein, die Ergebnisse der Auftaktveranstaltungen aus allen vier Regionen zu veröffentlichen, die Online-Plattform freizuschalten und erste Gespräche mit ausgewählten Fachleuten in „Fokusgruppen“ zu führen.

 

Wer noch an der Studie teilnehmen möchte, kann sich beim IKJ in Mainz bei Frau Feist-Ortmanns oder Herrn Prof. Dr. Macsenaere melden.

 

Als DKSB LV Sachsen e.V. sind wir seit einigen Jahren aktiv in der Fortbildung tätig, um auf die Situation von Kinder in suchtbelasteten Familien aufmerksam zu machen. Wir haben dazu auch unsere Mitgliedsverbände stichprobenartig befragt, sind im Austausch mit Fachkolleg/-innen der Suchthilfe und bieten interdisziplinäre Veranstaltungen an. Gerne beteiligen wir uns auch an dem geplanten Forschungsvorhaben, um unser Erfahrungswissen dort einzubringen. Über Ergebnisse werden wir Sie gerne informieren.

 


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