Fachtage "Kinder in guten Händen"

2012

Übergabe des Praxishandbuches für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen in Sachsen

Kinderschutzbund Sachsen überreicht neu entwickeltes Praxishandbuch zum Kinderschutz. - Am 25. April 2012 fand im Dresdner Blockhaus der Fachtag „Überblick, Einblick, Ausblick“ zum Abschluss des Projekts „Kinder in guten Händen – Überblick, Einblick, Ausblick“ statt. Unter der Leitung von Frau Dr. Gisela Ulrich (Vorstandsvorsitzende des DKSB LV Sachsen e.V.) widmeten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Chancen in der Kinderschutzarbeit.

Überblick

Die Fachreferentinnen, die das Projekt „Kinder in guten Händen“ in den vergangenen zwei Jahren betreuten, gaben persönlich Informationen zur Projektpraxis und präsentierten ihre Erfahrungen in den Fortbildungen mit pädagogischen Fachkräften aus Kindertageseinrichtungen und mit Kindertagespflegepersonen.

Zunächst wurden die Anwesenden über die Projektinhalte informiert: die Entwicklung einer Fortbildung und eines Praxishandbuches zum Kinderschutz in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege. Die Themenschwerpunkte waren dabei: die Primärprävention, Kommunikation und Konflikte, der Handlungsleitfaden §8a SGB VIII und das Elterngespräch bei sensiblen Themen.

Der erste Fokus lag auf der Fortbildung, ihrer Struktur und den angewandten Methoden. Im Anschluss rückten die beiden Fachreferentinnen wichtige Fragen, die ihnen in der Fortbildung begegnet waren, in den Mittelpunkt:

  • Wann habe ich Zeit für Elterngespräche, wann für die Dokumentation … wann einfach mal Zeit zum Nachdenken?
  • Wo finde ich die Kontaktlisten in meiner Kita, wo die Dokumentationsbögen, wo meine Trägervereinbarung?
  • Wer unterstützt mich? Wer ist meine insoweit erfahrene Fachkraft? Wie erhalte ich Supervision?
  • Wie gehe ich mit auffälligem Verhalten von Kindern um? Welche Bedeutung hat dieses Verhalten?

Damit Kinderschutzarbeit in diesem Arbeitsfeld besser umgesetzt werden kann, sahen die Fachreferentinnen weiterführenden Handlungsbedarf in folgenden Punkten:

  • Fachkräfte brauchen Zeit für Kinderschutzarbeit, Fallbearbeitung und Elternarbeit
  • Fachkräfte brauchen mehr Möglichkeiten zur Psychohygiene und Supervision
  • Fachkräfte brauchen weiterführende Fortbildungsangebote zu den Themen Kinderschutz, Traumapädagogik, Verhaltensauffälligkeiten und Kommunikation

Einblick

Weitere Einblicke in das Projekt erhielten die Teilnehmenden durch die Präsentation der wichtigsten Ergebnisse der Evaluation. Dass die Kombination zwischen Fortbildung und Arbeit mit dem Praxishandbuch erfolgreich ist, zeigte sich dabei im Ergebnis, welches im Evaluationsbericht des apfe e.V. festgehalten ist. Als Fazit kann genannt werden, dass die Fortbildung und das Praxishandbuch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ansprechen und zur Handlungssicherheit im Arbeitsfeld beitragen. Die Fortbildung als auch das Praxishandbuch wurden innerhalb des Projekts erfolgreich weiterentwickelt.

Im Anschluss an den spontanen Applaus für die eindeutig positiven Ergebnisse der Evaluation wurde das Praxishandbuch vom Deutschen Kinderschutzbund Landesverband Sachsen e.V. an das Sächsische Staatsministerium für Kultus feierlich überreicht.

Ausblick

… und weiter geht`s. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projektes „Kinder in guten Händen“ bewilligten das Sächsische Staatsministerium für Kultus und der Kommunale Sozialverband Sachsen das Folgeprojekt „Kinder in guten Händen – Die Implementierung“. Damit wird vom 1. Juni 2012 bis zum 31. Dezember 2013 die sachsenweite Verbreitung der Fortbildung und des Praxishandbuches sichergestellt.

In der ersten Phase werden die Dozentenschulung und das Dozentenhandbuch entwickelt. Die Fortbildung „Kinder in guten Händen“ wird daraufhin für interessierte Träger der öffentlichen und freien Jugendhilfe geöffnet, welche Dozentinnen und Dozenten für die Fortbildung durch die Projektmitarbeiterinnen in einem mehrtägigen Blockseminar schulen lassen können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten nach Abschluss der Schulung ein Zertifikat, das sie berechtigt, eigenständig die Fortbildung „Kinder in guten Händen“ im Tandem zusammen mit einer weiteren Dozentin bzw. einem weiteren Dozenten durchzuführen. Die Fortbildung kann daraufhin sowohl trägerintern als auch trägerextern angeboten werden.

Die Dozentinnen und Dozenten unterstützen Erzieherinnen und Erzieher sowie Kindertagespflegepersonen, Kinder in ihrer Einrichtung zu schützen, und befähigen sie, mit Anhaltspunkten für Kindeswohlgefährdung kompetent umzugehen. Sie geben wichtige Hinweise, wie mit Eltern von Anfang an eine gelingende Erziehungspartnerschaft gestaltet werden kann und zeigen Wege, sich Hilfe zu organisieren. Gleichzeitig beraten Sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Fortbildung zu ihren Fällen zum Kinderschutz.

Dabei verwenden sie das Praxishandbuch „Kinder in guten Händen“, das jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer zur Verfügung gestellt wird. Darin sind alle Übungen, Methoden und Arbeitsmittel sowohl für die Fortbildung als auch für die Praxis zusammengestellt.

Die geschulten Dozentinnen und Dozenten sind fest in den „Netzwerken für Kinderschutz“ verankert. Am Ende des Projektes soll sachsenweit ein fester Stamm von Dozentinnen und Dozenten zur Verfügung stehen, um allen interessierten Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen in Sachsen das notwendige Wissen zum Kinderschutz mit der Fortbildung „Kinder in guten Händen“ vermitteln zu können.

Kinderschutz ganz praktisch und in Farbe

Kinderschutzarbeit ist stets herausfordernd, anspruchsvoll und elementar. Im Fachvortrag am Vormittag konfrontierte Georg Kohaupt vom Kinderschutzzentrum Berlin die Anwesenden mit den Fragen, Spannungsfeldern und Untiefen, die im Projekt „Kinder in guten Händen“ sowie in allen Bereichen von Kinderschutzarbeit Fachkräfte täglich bewegen. Er zeigte an einem charakteristischen Fallbeispiel eindringlich, wie sich Kinderschutz im Spannungsfeld zwischen Prävention und Intervention bewegt und wie vielschichtig Kinderschutz ist.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Workshops zu vier ausgewählten Themen, die Bestandteil der Fortbildung „Kinder in guten Händen“ sind:

Workshop 1

Mit Beratung geht es leichter – Handlungsleitfaden zur Umsetzung des Schutzauftrags

Mandy Vogel, DKSB Landesverband Sachsen e.V.

Workshop 2

Zuwenden und standhalten – Kinder in belastenden Situationen begleiten

Elisabeth Malbrich-Nowotny, Beratungsstelle Pieschen

Workshop 3

Im Zwiespalt – Vorbereitung und Durchführung von Elterngesprächen bei schwierigen Themen

Iris Schneider, DKSB Landesverband Sachsen e.V.

Workshop 4

Mit rosaroter Brille und Samthandschuhen – Ressourcenorientierung in der Kommunikation mit Eltern

Christin Wiggenhauser , DKSB Landesverband Sachsen e.V.

Den Abschluss des Fachtages bildeten zusammenfassende Worte von Dr. Gisela Ulrich, Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Sachsen e.V., sowie die Aufführung des Filmes „Kinderschutz“ von Picturesound Studios zusammen mit Timo Metzkes, dem Regisseur des Filmes.

Fazit

Kinderschutzarbeit bedeutet in diesem Arbeitsfeld, Kinder mit ihren Besonderheiten  wahrzunehmen und zu fördern, Mütter und Väter als primäre Bezugspersonen  des Kindes zu achten und  zu unterstützen sowie bei Anhaltspunkten für eine Gefährdung des Kindeswohls sachgerecht zu reagieren. Wesentlich für eine gute Kinderschutzarbeit ist, den Kontakt zu Eltern von Anfang an positiv zu gestalten, in Gesprächen kompetent zu agieren, Anhaltspunkte für Kindeswohlgefährdung richtig zu deuten und entsprechend dem gesetzlichen Handlungsleitfaden im Einzelfall angemessen zu handeln.

Ansprechpartnerin

Wenke Röhner
Tel. 0351 – 42 42 064
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Mit freundlicher Unterstützung

 

 

 

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